Nur ganz knapp an einer Medaille vorbei schrammte Stefan Gorol von der DJK Friedberg mit seinen deutschen Staffelkameraden bei den U23-Europameisterschaften in Tampere/Finnland über 4×400 Meter. Bereits im Vorlauf am Samstag wurde er als Schlussläufer eingesetzt. „Super“, jubelte der 21-jährige Physikstudent im Ziel. Als Dritter der Vorläufe lief das DLV-Quartett in der Besetzung Philipp Kleemann (SG Johannesberg), Benedikt Wiesend (LG Stadtwerke München), Jannik Rehbein (LG Unterlüß/Faßberg/Oldendorf) und Gorol nach 3:07,21 Minuten ins Finale. Für Jannik Rehbein wurde im Finale der dritte Bayer, Johannes Trefz von der LG Würm Athletik, eingesetzt. Stefan Gorol wurde das Staffelholz an vierter Position übergeben. Er nahm all seinen Mut zusammen und lag noch vor der letzten Kurve auf Rang zwei. Leider wurde am Ende sein couragierter Lauf nicht ganz belohnt. Russland, Belgien und die Italiener schnappten Deutschland die Medaillen weg. Mit 3:05,24 Sekunden stellte das Quartett aber eine neue deutsche Jahresbestzeit auf. 14 Hundertstel fehlten am Ende zur Bronzemedaille. Trotzdem durfte Stefan Gorol stolz auf seine Leistung sein. Mit herausgestoppten, fliegenden 45,72 Sekunden als Schlussläufer gehörte er mit zu den Schnellsten des Tages und bestätigte damit das Vertrauen des Bundestrainers Stefan Poser in ihn. Von seiner Seite gab es auch nach dem Wettkampf noch eine Portion extra Lob. Für Stefan Gorol war es der bisher größte Wettkampf in seiner Karriere und sein erster internationaler Einsatz bei einer Meisterschaft. Im Alter von 14 Jahren begann er aktiv mit der Leichtathletik bei Heinz Schrall, wo er bis heute trainiert und sich wohl fühlt. Nur wenige Athleten auf seinem Niveau bleiben ihrem Heimatverein treu, die meisten wechseln zu den großen Leichtathletikhochburgen. Und nachdem so ein Einsatz bei einer Europameisterschaft nicht alle Tage stattfindet, flog sein Trainer Heinz Schrall auch kurzerhand mit seiner Frau mit nach Finnland. Während sein Schützling die meiste Zeit auf seinem Zimmer verbrachte, nutzte Heinz Schrall die Zeit, um Helsinki zu erkunden. Von der Atmosphäre im Stadion war er genauso angetan wie sein Athlet.